Ich schlage Euch diesmal eine kleine Reise durch das Languedoc Roussillon im Südwesten Frankreichs vor. Auf dem Programm: Golf, Kultur und Entdeckungen. Die Route führt von Mont Lozère im nördlichen Teil des Languedoc Roussillon bis hinunter in das französische Katalonien und endet kurz vor der spanischen Grenze. Auf der Fahrt durch die fünf Departements der Region, der Lozère, dem Gard, dem Hérault, der Aude und den orientalischen Pyrenäen habe ich eine kleine Auswahl an Golfplätzen getroffen.
Der erste Golf auf unserer Strecke ist der Golf du Sabot,
der im Lot-Tal, in einer für die Lozère typischen Landschaft
liegt, nicht weit von dem bunten mittelalterlichem Dorf La Canourgue
entfernt. Er liegt zwischen dem Hochplateau des Aubrac und den Schluchten
des Tarn
- die sich im übrigen hervorragend für Kanutouren eignen - und
ist nicht weit von den Cevennen und dem Mont Lozère entfernt.
Der von Chris Pittman entworfene hügelige und bewaldete 9-Loch-Parcours
(Par 33, 2359 m) ist durch seine schmalen Fairways und zahlreichen Schrägen
technisch interessant.
Das Loch Nr.4 ist mit 5 als doppeltes Dogleg mit zwei Bächen bemerkenswert.
Der Platz ist sehr gut gepflegt, schön schattig, von daher im Sommer
sehr angenehm. Außerdem hat man vom Loch 5 hat man eine Superaussicht.
Als weiterer Pluspunkt ist ebenfalls sein günstiger Preis hervorzuheben.
Der Golfplatz von Vacquerolles
liegt im Departement Gard ganz in der Nähe von Nîmes, einer Stadt,
in der Euch ein reichhaltiges Kulturerbe aus der galloromanischen Zeit erwartet.
Dieser leicht hügelige 18-Loch-Parcours (Par 72, 6260m) mitten in der
wohl duftenden Garrigue besitzt keine Wasserhindernisse und geht ganz in
der Landschaft auf. Er ist in einem ganz ausgezeichneten Zustand, besitzt
gut gepflegte Greens und ist angenehm, wenn auch etwas schwierig zu spielen.
Nicht weit von hier könnt Ihr das römische Aquädukt, den Pont
du Gard oder das Duché d’Ulzès, das erste Herzogtum Frankreichs
besichtigen oder wer Spaß daran hat, reitet durch die unberührte
Natur der Camargue.
Weiter geht’s ins Hérault, der Golf de la Grande-Motte, ein zwei 18 Loch Parcours mit so maritim klingenden Namen wie der Parcours Goéland (Silbermöwe), ein PAR 58 oder Flamants Roses (rosa Flamingos), ein internationaler Parcours PAR 72 und einem Kompaktplatz „Mouette (Möwe) mit 6 Löchern und einem PAR 19 liegt in dem berühmten gleichnamigen Badeort zwischen der Lagune Etang du Ponant und dem Mittelmeer. Man wird dort sehr nett empfangen, auch dann, wenn’s mal etwas hektischer zugeht. Der Platz ist mittleren Schwierigkeitsgrades, aber trotzdem schwierig genug, um am Spiel Vergnügen zu finden. Einziger Wermutstropfen, die 4-spurige Strasse mit ihrem Lärmpegel. Nach dem Spielen empfiehlt sich natürlich ein bisschen Farniente am herrlichen Sandstrand. Sehenswert ist auch die Naturlandschaft rund um den Etang de l’Or.
Ebenfalls im Hérault und nicht weit von Montpellier entfernt, der
Hauptstadt der Region, liegt der Golf
de Fontcaude
In Juvignac, in dem wunderschönen Hinterland mit seinen Schluchten,
dem Dorf Saint-Guilhem-le-Desert, das auf der Liste der schönsten Dörfer
Frankreichs steht und eine Etappe auf dem Jakobsweg ist, sowie dem
atemberaubenden Cirque de Navacelles, der jedes Jahr Tausende
von Touristen anzieht.
Die Golfanlage besteht aus einem sehr vielseitigen 18 Loch Parcours „International“,
(Par 72) und einem kompakten 9 Loch Parcours „Decouverte“ (par
29, 1290m). Das Spiel hier ist abwechslungsreich und interessant, etwas schade
ist für meine Begriffe der ein bisschen zu hohe Preis.
Montpellier, die Hauptstadt des Languedoc Roussillon ist eine dynamische
und sprudelnde Metropole. Sehenswert sind hier insbesondere der historische
Kern und die Fu ßgängerzone.
Der nächste Platz, den ich Euch im Herault vorschlagen möchte ist der Golf Saint Thomas in der Nähe von Béziers, der Geburtsstadt von Pierre-Paul Riquet, dem Erbauer des berühmten Canal du Midi. Dieser 18 Loch Golfplatz (Par 72) liegt in einer noch naturbelassenen Garrigue-Landschaft und besitzt einen sehr schönen Parcours. Er ist abwechselungsreich, mal hügelig mit kleinen Seen, mal klassisch und bringt sowohl Einsteigern als auch Profis viel Spaß. Einzig die Driving Range ist etwas weit weg, wie man so schön sagt, „au bout du monde.“
Verlassen wir jetzt das Hérault und machen einen Abstecher ins Aude mit seiner wunderschönen, zum Weltkulturerbe erklärten Stadt Carcassonne, die man unbedingt gesehen haben sollte (allerdings am besten außerhalb der Hauptreisezeit!) (Image Carcasonne). Ganz in der Nähe hiervon liegt der Golfplatz von Carcassonne, einem leicht hügeligen 18 Loch-Parcours (71), dessen Greens trotz der Wärme tipptopp gepflegt sind. Durch die Wasserhindernisse und den Bach, der den Golfplatz durchquert, ist das Spiel echt interessant. Bei starkem Wind, der hier in dieser Region recht häufig ist, wird’s dann allerdings etwas schwierig.
Nach diesem kleinen Abstecher setzen wir jetzt unsere Reise wieder in Richtung
Süden fort und kommen zum Golfplatz Saint Cyprien,
nicht weit von Perpignan entfernt. Dieser Platz ist durch seine Lage äußert
reizvoll, 800 m vom Sandstrand des Mittelmeeres entfernt, in einem Vogelreservat
gelegen mit Blick auf die Pyrenäen und insbesondere auf sich majestätischen
erhebenden Canigou. Die beiden Parcours, der 9 Loch Parcours (Par 35) und der
18 Loch Parcours (Par 73) werden sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen
gerne bespielt.
Ihr solltet aber auf alle Fälle auch einen Abstecher nach Perpignan machen
und insbesondere die schöne Altstadt, den Palast der Könige von Mallorca,
das Rathaus, die Loge de Mer, eine ehemaligen Börse und Seehandelsgericht
im spätgotischen Stil ansehen oder einfach nur das Flair dieser Stadt genießen.
Und zum Abschluss der Reise geht es bis fast an die spanische Grenze und bergauf zu der 1200 m hoch gelegenen Domaine Falgos, die in Saint Laurent de Cerdans liegt. Dieser 18 Loch Golfplatz (Par 70 – 5047m) mit seinem Rundum-Panoramablick auf die Berge ist schlicht einmalig. Er ist sehr hügelig und abwechslungsreich. Ein gut gemeinter Tipp, nehmt ausreichend B älle mit!
Wenn Ihr etwas Zeit habt, nutzt diese zu einem Abstecher ins Hinterland, in den Conflent. Nicht nur der 2800m hohe Canigou ist eine Augenweide, sondern auch die in schwindelnden Höhen errichteten Burgen aus der Katharerzeit und die unzähligen Klöster und Einsiedeleien, wie zum Beispiel die Abtei Saint Martin du Canigou, die nach einem strammen, halbstündigen Fußmarsch erreichbar ist (etwas unsportlichere werden gegen Bezahlung im Jeep hochgefahren) oder die Abtei Saint Michel de Cuxa, die Wohnstätte der Benediktinermönche. Absolut sehenswert ist die von dem berühmten Baumeister Vauban errichte Festung Villefranche de Confluent, die zu Recht, wie ich meine, zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Fast „nebendran“ befinden sich die prähistorischen Höhlen Les Canalettes mit ihren spektakulären Gesteinsformen. Sehr beeindruckend fand ich die Ton- und Lichtspiele im „Naturtheater“ des letzten Stollens. Ich kann Euch nur dringend dazu raten, auch im Hochsommer eine Jacke mitzunehmen, ich spreche aus „eiskalter“ Erfahrung.
Und ganz zum Abschluss noch ein kulinarisches Wort: ich bin mir sicher,
dass das geflügelte Wort „Leben wie Gott in Frankreich“ auf
diese Region gemünzt sein muss. Die Mittelmeerküche, die
viel Olivenöl, Knoblauch, Basilikum, Lorbeerblätter und Kräuter
der Provence verwendet, ist für viele kein Geheimtipp mehr, genauso
wenig wie Käse, Wein, Honig und Obst aus dieser Region. Kennt
Ihr aber auch das Cassoulet, eine Spezialität aus dem Aude, ein
Gericht aus Lingot-Bonen mit Gänseconfit, das in einem Steinguttopf
einer sogenannten „Cassole“ langsam geschmort wird? Es
gibt viele Varianten, aber das Originalrezept, das mir auch am besten
schmeckt stammt aus Castelnaudary, nicht weit von Carcassonne entfernt.
Im Gard ist die Brandade eine Spezialität aus Kabeljau, Olivenöl
und Kartoffelpüree. In Aubrac im Lozère wird als Spezialität
das Aligot aufgetischt, ein sehr gut schmeckendes Kartoffelpüree
mit Tomme, einem Käse aus der Region, ein Gericht, das früher
den Pilgern auf dem Jakobsweg serviert wurde. Eine typische katalanische
Spezialität sind die Boles de Picolat, kleine Fleischklopse aus
Rinder- und Schweinefleisch mit viel Petersilie und Knoblauch.
Ü
ber die Weine hier brauche ich mich nicht auszulassen, sie gehören
mit zu den Besten.
Solltet Ihr meinen Anregungen folgen, wünsche ich Euch viel Spaß beim
Golfen und guten Appetit.