Warum nicht einmal Reisen mit Golfspielen verbinden? Ich möchte Euch
eine Reise in die Bretagne vorschlagen, die sowohl in touristischer und gastronomischer
Hinsicht als auch im Bezug auf ihre Golfplätze eine Reise wert ist. Über
die Bretagne wird viel Lobenswertes geschrieben und dem kann ich nur zustimmen.
Alleine die unberührten Naturlandschaft und das herrliches Licht, das
die Farben dieser abwechslungsreichen Landschaft voll zur Geltung bringt.
Da das Klima Sommer wie Winter mild ist, kann man Golf zu jeder Jahreszeit.
Die Anlagen sind zum Teil sehr originell und technisch auch recht anspruchsvoll.
Ich denke, dass sowohl Anfänger als auch Profis voll auf ihre Kosten
kommen werden. Ich stelle Euch nur einige der insgesamt 31 Golfplätze
vor, die mir besonders gut gefallen haben und die auch bei Euch Anklang finden
könnten. Die restlichen Golfplätze könnt Ihr dem Link
Planet Golf entnehmen.
Natürlich habe ich die Golfplätze nicht nur nach ihren spielerischen Kriterien ausgesucht, sondern auch danach, was die Gegend an Sehenswürdigkeiten oder Kuriositäten zu bieten hat auch nach ihre Lage und den Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung, die auf Reisen auch nicht zu kurz kommen sollten.
Zunächst aber erst mal ein paar nützliche Details für die
Reise.
Am besten reist Ihr über Paris an. Bis Paris gibt es jede Menge Flüge,
darunter auch relativ günstige Flüge von Easy-Jet. Man sollte sich
vor allem auch bei Air Berlin erkundigen, die z.B. Flüge von Nürnberg
in die Pariser Region für 1€ anbieten (ohne Steuern und Flughafengebühren
natürlich).
Von Paris aus kann man ein Auto mieten und ist dann ca. 3 Stunden später
in der Bretagne.
Nebenbei gesagt, die bretonischen Autobahnen sind gebührenfrei.
Von Paris aus gehen aber auch mehrere Flüge täglich nach Brest,
Quimper, Lorient oder Rennes.
Nun aber zum Thema Golf
Einen Tipp gleich zu Beginn: Denkt daran, Euch den Golfpass für die
bretonischen Greens zu besorgen, das spart immerhin 20%.
An erster Stelle steht für mich der Golf auf
Belle Ile en Meer, wörtlich übersetzt „die
schöne Insel im Meer“ vor der bretonischen Küste. Diese Insel,
die nach rund 45 Minuten Fahrt mit der Fähre von der Halbinsel Quiberon
aus erreicht wird, trägt ihren Namen völlig zu Recht. Traumhafte
Sandstrände wechseln sich mit atemberaubenden Felsenkulissen ab und
der Port Donnant ist übrigens ein Mekka für Wellenreiter. Auch
der Golf fällt durch seine ungewöhnliche Lage völlig aus dem
Rahmen Er liegt in Sanzon, dem schönsten Fischerhafen der Insel, an
der Pointe des Poulains, an der Nordspitze und ist ein völlig atypischer
14 Loch Parcours, das Loch Nr. 2 und sein Green liegen im Meer, eine regelrechte
Herausforderung!
Golf des Rochers in Vitré Ille-et-Vilaine
Der Golf des Rochers mit seinen 18 Löchern liegt wunderschön in
dem historischen und romantischen Rahmen des Château des Rochers mit
seinen Jahrhunderte alten Bäumen. Auf diesem Platz, der eher Köpfchen
als mit Kraft erfordert, können Spieler mit jedem Handicap spielen.
Am 18. Loch habt Ihr einen herrlichen Blick auf das Schloss, in dem
die Marquise de Sévigné lebte, die in die Literaturgeschichte
schlicht als Madame de Sévigné eingegangen ist und bei den
Franzosen seit mehr als 250 Jahren als ihre Briefschreiberin par excellence
gilt. Sie schrieb hier 267 Briefe an ihre Tochter, die uns in den „Lettre
de Madame de Sévigné“ erhalten sind.
In einem der Nebengebäude des Schlosses liegt das Club-House. Diese
malerische und geschichtsträchtige Atmosphäre des Platzes hat bei
mir unvergessliche Eindrücke hinterlassen.
Ihr solltet aber auch unbedingt der hübschen mittelalterlichen Stadt Vitré einen Besuch abstatten, die den Ruf als „Stadt der Kunst und Geschichte“ genießt, sowie den in der Umgebung befindlichen Menhiren.
Domaine
des Ormes
Diese 18 Loch Golfanlage liegt auf halber Strecke zwischen Rennes und
Saint-Malo und könnte ein guter Ausgangspunkt für eine Golftour
durch die Bretagne sein. Dieser gut gepflegte und abwechslungsreiche Platz
liegt in einem absolut ungewöhnlichen Rahmen zwischen Schlosspark und
Campingplatz. Die Nebengebäude des Schlosses aus dem 16. Jahrhundert,
in denen sich auch das Club-House befindet, haben nichts von ihrer Ursprünglichkeit
eingebüsst. Der Golf ist zwar recht technisch, kann aber im Großen
und Ganzen von Spielern mit jedem Handicap bespielt werden. Ich gebe Euch
einen kleinen, aber nicht unwichtigen Tipp: spielt hier im Frühling
oder im Herbst und vermeidet wenn Ihr könnt, die Hauptreisezeit im Sommer.
Auf der angrenzenden Freizeitanlage können sich in der Hauptferienzeit
bis zu 3500 Leute tummeln und dann ist es mit der Ruhe vorbei. Und noch was,
wenn Ihr mal ganz originell übernachten wollte: es gibt hier echt urige
Baumhäuser!
Es ist schon ein witziges Gefühl 14 m über dem Boden zu schlafen
und hierbei gelegentlich Besuch von einem Eichhörnchen zu bekommen.
Für die Baumhäuser, die nur über eine Holzleiter oder eine
Seilrolle zu erreichen sind, sollte man aber schon absolut schwindelfrei
sein oder sich sonst eines der familienfreundlichen Baumhäuser aussuchen,
die ohne Klimmzüge zu erreichen sind. Ich habe mich jedenfalls köstlich
amüsiert und gebe Euch den Link für den Fall der Fälle :
La
cabane en l'air
Golf
de Saint-Malo
Den Golf von Saint Malo mit seinen 9 und 18 Löchern habe ich nicht nur
seiner selbst willen ausgesucht, sondern auch deshalb weil er in unmitelbarer
Nähe der touristischen Highlights der Bretagne liegt: die ehemalige
Korsarenstadt St. Malo mit ihren berühmten Stadtmauern, der mittelalterlichen
Stadt Dinan mit den wunderschönen Fachwerkhäusern und dem englischen
Garten und natürlich dem absoluten Highlight, den Mont St. Michel, der
von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Mont ragt aus einer
riesigen Sandbucht mit weitläufigen Salzwiesen heraus. Ein ganz besonderes
maritimes Ambiente. Man kann nicht in die Bretagne fahren und diese Sehenswürdigkeiten
auslassen!
Der Golf ist eine sportliche Herausforderung und gleichzeitig eine
Augenweide. Man hat mir erzählt, dass man frühmorgens im Morgendunst
Rehe am Teich beobachten kann und die Sonnenuntergänge über den
Fairways sollen auch ganz phantastisch sein. Die Fairways sind breit und
die Spielzone gut einsehbar, die Golffahnen stehen jedoch herausfordernd
jedoch an echt teuflischen Stellen. .
Das Club-House ist in der ehemaligen Priorei der Benediktinerabtei
Tronchet aus dem XVII. Jahrhundert untergebracht, die auch nach der Revolution
noch von den Mönchen bewohnt wurde.
Golf des sables d'or
Der 18 Loch Golfplatz Les sables d’or liegt in unmittelbarer Nähe der berühmten Landzunge Cap Fréhel und den herrlichen Stränden Plage du Vieux Bourg und Plage des Sables d'Or. Das Cap ist berühmt für seine steil abfallenden Klippen aus rotem Sandstein, schwarzem Schiefer und rosanem Granit und natürlich für seine Vogelwelt. Am Cap stehen zwei Leuchttürme, von denen der eine aus dem 17. Jahrhundert stammt und von dem berühmten französischen Baumeister Vauban erbaut wurde.
Der Golfplatz wurde 1925 eingeweiht und an der Einweihung nahm auch der Grossfürst Kyrill von Russland teil, der sich zu jener Zeit in Saint-Briac im Exil befand und sich einen internationalen Ruf als Golfspieler verschafft hatte. Ich finde den Platz sehr abwechslungsreich und für Spieler jeden Niveaus geeignet.
Golf de Cornouaille
Der 18 Loch Golfplatz von Cornouaille liegt oberhalb Bucht von Concarneau,
einige Kilometer südlich von Quimper der Hauptstadt des Finistère
und ist einer der ältesten Golfplätze an der bretonischen Südküste,
er wurde 1959 eröffnet. Von diesem abwechslungsreichen Parcours habt
Ihr einen wunderschönen Ausblick auf die Gléan-Inseln. Club-House,
Bar, Restaurant und Proshop liegen in malerischen Atmosphäre in dem
bretonischen Herrenhaus „Mesmeur“ am Ufer einer kleinen Bucht.
Sehenswert ist u.a. die alte Hafenstadt Concarneau und Quiper mit ihren
guterhaltenen Fachwerkhäusern. Hinweisen möchte ich Euch noch auf
das jährlich stattfindende bretonische Kulturfestival „Festival
de Cornouaille“ wo die Folklore einen breiten Platz einnimmt. In diesem
Jahr findet das Festival vom 14.07 – 22.07.2007 statt.
Ich kann meinen kleinen Golf- und Reisebericht natürlich nicht abschließen,
ohne auf die gastronomischen Spezialitäten der Bretagne hinweisen. Die
süßen Crêpes aus Weizenmehl und die herzhaften Galettes
aus Buchweizenmehl sind natürlich das Wahrzeichen der Bretagne. Die
je nach Saison frisch mit Schinken, Champignons Artischocken oder Schalentieren
gefüllten Galettes schmecken einfach köstlich. Die Meeresfrüchte
sollte man natürlich auch nicht unversucht lassen. Die Jakobsmuschel,
Symbol der Pilger auf ihrer Pilgerreise nach Santiage de Compostella ist
mit etwas Knoblauch und Petersilie angebraten, einfach köstlich Nicht
zu vergessen den König der Krustentiere, den Hummer.
Zu einem guten Essen gehört in Frankreich natürlich auch eine Nachspeise.
Versucht mal die Craquelins aus Plumaudan, den berühmten Kouing Amann
aus Douarnenez, die hauchdünnen Crêpes aus Quimper und natürlich
auch die typischste Nachspeise, den Far breton, einen mit Rosinen oder Backpflaumen
gefüllten Butterkuchen, dessen Rezept von jeder Familie strengsten gehütet
wird. Zu trinken gibt’s in der Bretagne neben Wein und Cidre auch den
Chouchen, wie die Bretonen ihren Met nennen, einem Trunk für Götter,
Druiden und frisch vermählte Brautpaare. Er wird entweder als Apéritif
oder Digestif gereicht.
Und zu guter Letzt ein abschließendes Wort zu Unterkunftsmöglichkeiten. Als Campingfreund habe ich mir natürlich einige tolle Campingplätze rausgesucht. Mir scheint es so, als ob sich die Campingplatzbesitzer gegenseitig mit ihren Plätzen übertreffen wollten. Man muss nicht mit Zelt und Schlafsack losziehen, es werden auch nette Mobilheime, Bungalows oder Blockhäuser angeboten. Für mich sind natürlich die Baumhäuser in bleibender Erinnerung geblieben. Ich habe Euch hierfür auf meiner Homepage einige nützliche Links zusammengestellt, die Euch bei einer Planung helfen können.